Wissenschaftliche Hintergründe

Studie „Effectiveness of a Mindfulness-Based Intervention for Athletes“

Zweiwöchentlich stellen wir Ihnen donnerstags Studien zum Thema Resilienz vor. Heute die Studie „Effectiveness of a Mindfulness-Based Intervention for Athletes“ aus dem Jahr 2017 von D. Jekauc , C. Kittler und M. Schlagheck.

Ziel der Studie:

Die folgende Studie vergleicht ein achtsamkeitsorientiertes Training mit einer sportpsychologischen Betreuung. Achtsamkeit soll für Sportler ein Mittel darstellen, um ihre Leistung, Konzentration, Emotionsregulierung und den Bewegungsapparat zu fördern. Um einen ersten empirischen Nachweis zu liefern, wurde deshalb diese Studie durchgeführt. Die Idee ist, dass Sportler durch Achtsamkeit ihre geistige Fitness und damit ihre Leistungsfähigkeit verbessern.

Methode:

Eine statistische Auswertung von Fragebögen.

Teilnehmer

46 Studenten der Sportwissenschaft der Humboldt Universität Berlin; 15 Männer, 31 Frauen

Erhebungszeitraum

Die Studie wurde in acht Wochen im Jahr 2016 erhoben.

Messverfahren

Die Kontrollgruppe bestand aus 24 Personen, die Versuchsgruppe aus 22. Das Durchschnittsalter der Teilnehmer betrug 23,4 Jahre. Um an der Studie teilzunehmen, konnten sich Bachelor Studenten für Übungen in der Sportpsychologie einschreiben, die acht Wochen angeboten wurden. Die Versuchsgruppe nahm am Berliner Achtsamkeitstraining zur Leistungsoptimierung teil. Im Berliner Achtsamkeitstraining wurden eine Kombination aus theoretischen Kenntnissen über Achtsamkeit und Achtsamkeitsübungen vermittelt. Jede Übung dauerte 90 Minuten, von denen die erste Stunde zum Üben von Achtsamkeit und anderen sportpsychologischen Techniken verwendet wurde. Die letzte halbe Stunde wurde jeweils zur Beantwortung von Fragen aus der Vorlesung genutzt. Die abhängige Variable war die Achtsamkeit und wurde in der ersten, vierten und letzten Sitzung gemessen. Dazu wurde die deutsche Version der Achtsamkeitsskala für Achtsame Aufmerksamkeit (MAAS) verwendet, um festzustellen, ob sich der Grad der Achtsamkeit während der Studie verändert hat. Der Fragebogen besteht aus 15 Fragen mit einer Sechspunktskala. Die Kontrollgruppe lernten sportpsychologische Themen und wendeten diese in Übungen an. Themen waren unter anderem Motivation, Stress, Angst, Teambildung und Selbstbewusstsein.

Ergebnisse:

Die Wechselwirkungen von Zeit und Alter sowie von  Zeit und Geschlecht sind nicht signifikant und wurden ausgeschlossen. Das bedeutet, dass Alter und Geschlecht die Entwicklung des MAAS nicht beeinflussen und damit auch keinen Einfluss auf die Achtsamkeit haben. Durch statistische Verfahren konnte jedoch eine Wechselwirkung zwischen den Variablen Zeit und Gruppe ermittelt werden. Die Entwicklungen des MAAS in der Kontroll- und Versuchsgruppe unterscheiden sich maßgeblich. Der Mittelwert der Kontrollgruppe nimmt mit der Zeit ab. Im Gegensatz dazu steigt der Mittelwert des MAAS in der Versuchsgruppe an. Demnach hat Achtsamkeitstraining im Vergleich zum Sportpsychologischen Training einen signifikanten Effekt. Die Abnahme der Kontrollgruppe wird durch die ansteigende Lernbelastung während des Semesters erklärt. Weitere Ziele sind in Folgestudien die Nachhaltigkeit zu prüfen und den Nachweis zur sportlichen Leistungssteigerung.

Dieses Exzerpt wurde verfasst von Maximilian Rasch.

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