Wissenschaftliche Hintergründe

Studie: „Erfolgsfaktor Resilienz“

In regelmäßigen Abständen Stellen wir Ihnen Studien zum Thema Resilienz vor. Heute eine PISA-Sonderauswertung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Kooperation mit der Vodafone Stiftung Deutschland.

„Warum manche Jugendliche trotz schwieriger Startbedingungen in der Schule erfolgreich sind – und wie Schulerfolg auch bei allen anderen Schülerinnen und Schülern gefördert werden kann“

Ziele der Studie:

Nachdem die PISA-Erhebung im Jahr 2000 zeigte, dass die Schüler und Schülerinnen in Deutschland unterhalb des OECD-Durchschnitts (OECD = Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) lag, ist sie im Jahr 2015 über dem OECD-Durchschnitt.

Zwar spielt die soziale Herkunft im OECD-Vergleich nach wie vor eine große Rolle bei dem Bildungserfolg – aber der Zusammenhang ist heute deutlich schwächer als noch vor zehn Jahren.

Eine größere Rolle scheint die Resilienz der Schüler und Schülerinnen zu sein. Wie wichtig dieser Faktor ist, zeigt die Studie.

Methode:

Erhebungszeitraum

Auswertung der PISA-Daten von 2005 bis 2015, insbesondere die Jahre 2005, 2006 und 2015.

Teilnehmer und Messverfahren

Die Internationale Schulleistungsstudie PISA (Programme for International Student Assessment) der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ist die weltweit größte Schulleistungsstudie.

Die Studie erfasst die Kompetenzen von 15-jährigen Jugendlichen in den schulischen Kernbereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften, aber auch in Bereichen wie dem gemeinsamen Problemlösen.

Mehr als 80 Länder und Wirtschaftsräume nehmen an der PISA-Studie teil.

Ergebnisse:

Die Analyse von PISA-Daten zeigt, dass die Zahl der sozioökonomisch benachteiligten Schüler und Schülerinnen, die als „resilient“ gelten, so stark gewachsen wie in kaum einem anderen OECD-Land. Waren es im Jahr 2006 nur 25 Prozent, galten im Jahr 2015 schon 32,3 Prozent der Schülerinnen und Schüler als „resilient“. Sie konnten also „trotz ihres ungünstigen sozioökonomischen Hintergrunds im PISA-Test solide Leistungen zeigen“ (S.2).

Auf Schulebene sind vor allem zwei Faktoren dafür wichtig: Eine gute soziale Mischung an der Schule und ein positives Schulklima.

Weniger wichtig waren dafür die Ressourcenausstattung der Schule (z.B. Computer oder Klassengröße).

Zum guten Lernklima tragen vor allem zwei Faktoren bei:

  • Eine niedrige Lehrerfluktuation. Dadurch können sich eine offene Kommunikation und vertrauensvolle Beziehungen entwickeln.
  • Eine motivierende Schulleitung. Dieser muss es gelingen das Lehrerkollegium von einer gemeinsamen Mission zu überzeugen und auf strategische Ziele und Ergebnisse auszurichten.

Auch sind es vor allem Ganztagsschulen, die in der Lage sind, geeignete Angebote über den Unterricht hinaus zu machen, die die Resilienz bei Schülerinnen und Schülern fördern können.

Schlussfolgerungen:

Es sind nicht die materiellen Dinge, wie eine High-Tech-Klassenzimmer, die den Schülern zu guten Noten – und Resilienz – verhelfen. Viel wichtiger ist, dass die Kinder und auch die Lehrer sich wohlfühlen. Durch stabile Beziehungen und ein gutes Schulklima können auch Kinder aus einem sozioökonomisch benachteiligten Umfeld gute Leistungen in der Schule erzielen. Die guten Leistungen gehen einher mit einer steigenden Resilienz. Auch ist es wichtig, dass zwischen den Lehrern untereinander und der Schulleitung ein gutes Klima herrscht und alle „an einem Strang ziehen“.

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